Warum Fugen das Problem sind
Fliesen selbst sind unproblematisch: gebrannter Ton, wasserdicht, langlebig. Das Problem sind die Fugen dazwischen. Zementfugen nehmen Feuchte auf und verfärben sich, Silikonfugen werden mit den Jahren spröde und lösen sich an den Rändern.
Dazu kommt die Optik. Ein Fugenraster teilt kleine Bäder optisch weiter auf, während eine durchgehende Fläche den Raum ruhiger und größer erscheinen lässt.
Der Aufbau Schicht für Schicht
Zuerst kommt die Abdichtung. Sie liegt unter dem Putz, nicht im Putz – das ist der wichtigste Punkt. Im Spritzwasserbereich arbeiten wir mit einer Verbundabdichtung und Dichtbändern in Ecken und an Durchdringungen.
Darüber liegt eine armierte Spachtelung. Das Gewebe verteilt Spannungen und verhindert, dass Bewegungen aus dem Untergrund in die Sichtfläche durchschlagen.
Dann folgen zwei Lagen Kalkglätte, dünn von Hand aufgezogen. Die zweite Lage ist die Sichtlage und wird pro Wand in einem Zug gearbeitet, damit keine Ansätze stehen.
Zum Schluss wird verdichtet und zweimal eingeseift. Die Seife reagiert mit dem Kalk und schließt die Oberfläche so weit, dass Wasser abperlt, während die Wand dampfdurchlässig bleibt.
Was den Preis bestimmt
Drei Größen: die Fläche, die Anzahl der Lagen und ob im Nassbereich zusätzlich geseift wird. Dazu kommt der Zustand des Untergrunds – auf einer geraden, trockenen Wand arbeiten wir schneller als auf einer, die erst in die Ebene gebracht werden muss.
Zur Einordnung: Eine hochwertige Verfliesung mit großformatigen Platten liegt in einer ähnlichen Größenordnung, sobald man Kleber, Fugenmasse, Silikon und Verschnitt einrechnet. Der Unterschied liegt weniger im Preis als im Ergebnis – und darin, dass Sie später keine Fugen pflegen.
Reinigung und Pflege
Wasser und milde Seife genügen. Was Sie vermeiden sollten, sind säurehaltige Kalkreiniger und Scheuermittel, weil Kalk säureempfindlich ist.
Wer nach dem Duschen kurz abzieht, hat deutlich länger Ruhe – das gilt allerdings für Fliesen genauso. Alle fünf bis zehn Jahre kann die Fläche nachgeseift werden, das dauert wenige Stunden.
Wo die Grenzen liegen
Direkt im Bodenbereich der Dusche arbeiten wir nicht mit Kalkglätte, sondern mit einem geeigneten Bodensystem oder einer Duschtasse. Der Boden hat andere Anforderungen an Rutschhemmung und Belastung.
Und: Wenn ein Untergrund arbeitet, etwa eine frisch gestellte Trockenbauwand ohne ausreichende Aussteifung, muss das vorher geklärt werden. Eine fugenlose Fläche verzeiht Bewegung schlechter als ein Fugenraster.
