Warum wir keine Preisliste haben
Ein Quadratmeterpreis ohne Objekt ist eine Zahl ohne Wert. Dieselbe Leistung kostet im Neubau mit vier großen Wänden deutlich weniger als im Altbau mit Nischen, Schrägen und alten Putzresten – und zwar nicht ein paar Prozent, sondern ein Vielfaches.
Deshalb nennen wir Preise erst, wenn wir die Wände gesehen haben. Was Sie dann bekommen, ist ein Festpreis mit einzelnen Positionen, den wir halten. Was Sie hier bekommen, ist die Logik dahinter – damit Sie Angebote lesen und vergleichen können.
Was den Preis treibt
Der größte Faktor ist nicht das Material, sondern die Arbeitszeit. Ein Sack Gipsputz kostet wenige Euro, die Stunde eines Handwerkers ein Vielfaches. Alles, was Zeit kostet, treibt den Preis: viele kleine Flächen statt einer großen Wand, Nischen, Schrägen, Heizkörpernischen, Rollladenkästen.
Der zweite Faktor ist der Untergrund. Ein sauberer Neubau aus Kalksandstein ist schnell verputzt. Eine Altbauwand mit Resten alter Putze, unterschiedlichem Saugverhalten und Fehlstellen braucht Vorarbeit, Grundierung und teilweise Armierung.
Der dritte Faktor ist die Qualitätsstufe, und der wird oft unterschätzt. Zwischen Q2 und Q4 liegen zwei bis drei zusätzliche Arbeitsgänge mit Trockenzeiten dazwischen, plus Schleifen, Absaugen und die Kontrolle im Streiflicht.
Wo sich Q4 wirklich lohnt
Q4 lohnt sich an Flächen, die im Streiflicht stehen. Das ist der Fall in Fluren mit Fenster am Ende, in Treppenhäusern und an Wänden, die von einer Wandleuchte flach angestrahlt werden. Dort zeigt jede Welle einen Schatten.
Q4 lohnt sich außerdem, wenn Sie glänzende oder halbglänzende Farbe verwenden möchten, oder wenn eine Kalkglätte darauf kommt. Auf normalen Wandflächen mit Deckenlicht und matter Farbe ist Q3 völlig ausreichend – dort ist Q4 vor allem teurer.
Unsere Empfehlung: Nicht das ganze Haus in Q4, sondern gezielt die Flächen, an denen es sichtbar wird. Das spart schnell einen vierstelligen Betrag.
Angebote richtig vergleichen
Achten Sie darauf, ob die Qualitätsstufe im Angebot steht. Fehlt sie, ist Q2 gemeint, und dann sind zwei Angebote nicht vergleichbar, wenn eines Q3 kalkuliert hat.
Prüfen Sie außerdem, ob Profile, Eckschienen, Abkleben, Grundierung und Entsorgung enthalten sind. Diese Positionen tauchen bei günstigen Angeboten gern als Nachtrag wieder auf.
Und fragen Sie nach der Abrechnungsart. Aufmaß nach VOB zieht Öffnungen erst ab einer bestimmten Größe ab – das ist üblich und korrekt, sollte aber im Angebot stehen, damit Sie die Endsumme einschätzen können.
Was Sie für ein Angebot brauchen
Für eine erste Einschätzung am Telefon genügen drei Angaben: die ungefähre Wand- und Deckenfläche, um welche Art Gebäude es geht und wann es losgehen soll. Ein Neubau mit 150 Quadratmetern Wohnfläche hat üblicherweise 380 bis 450 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche – diese Zahl können Sie überschlagen, indem Sie die Wohnfläche knapp verdreifachen.
Für das verbindliche Angebot kommen wir vorbei. Der Termin dauert meist eine halbe Stunde, kostet nichts, und Sie erfahren dabei auch, wo sich Aufwand lohnt und wo nicht. Zwei Handybilder vorab helfen, wenn es schneller gehen soll.
